Seelsorgeeinheit Oberes Achtal

Zur Seelsorgeeinheit Oberes Achtal  gehören die folgenden fünf Gemeinden 

St. Jakobus Maior Rötenbach

St. Katharina Molpertshaus

St. Katharina Wolfegg

St. Nikolaus Alttann

St. Philippus und Jakobus Bergatreute

Predigten von Pfarrer Klaus Stegmaier

Maialtäre – ein ganz besonderer Kirchenschmuck

Die Kirchen sind, das kann wohl von fast allen bestätigt werden, die schönsten Orte in einer Gemeinde oder einer Stadt. Zudem sind diese meistens  Orte der Stille und der Besinnung. Neben den Ausstattungen in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen sind Kirchen dann auch noch, je nach Kirchenjahr, vielfältig gestaltet bzw. geschmückt. Im Advent, zu Beginn des Kirchenjahres, ist es der Adventskranz, dann wird an Weihnachten die Krippe aufgestellt und bleibt meistens bis Mariä Lichtmess, wie das Fest der „Darstellung des Herrn“ im Volksmund noch immer heißt. Die Christbäume werden in der Regel schon einige Wochen vorher wieder abgeschmückt. Schon bald danach wird auch im Kirchenschmuck deutlich, dass eine Zeit der Besinnung, eine Zeit des Fastens angebrochen ist. Der Blumenschmuck wird deutlich reduziert, bis an Gründonnerstag quasi jeglicher Schmuck verschwindet. Und wenige Tage danach erstrahlt das Gotteshaus nicht nur in der Osternacht, sondern auch am Ostersonntag und dann viele Wochen danach in hellem Osterkerzenglanz und mit prächtigen Blumengebinden. Zudem zeigt oftmals eine Figur des Auferstandenen, dass die Menschen das „Halleluja“ der Osterfreude bewegt. Im Mai richtet sich dann der Blick fast automatisch in Richtung des Marienaltars, der fast immer vornehmlich mit Hortensien geschmückt wird. Pfingsten wirkt sich, soweit der Schreiber dieser Zeilen sich erinnern kann, kaum auf eine besondere Gestaltung des Gotteshauses aus. An Fronleichnam wird mit den Blumenteppichen und den Stationsaltären der Kirchenschmuck in die Ortschaft und in die Fluren gebracht. Später dann sind es die Erntedankaltäre, die nicht nur sichtbar, sondern immer auch mit anderen Sinnen erfahrbar, das Lob und den Dank angesichts der guten Schöpfung und Freude über eine gute Ernte zum Ausdruck bringen.
Den Dank an diejenigen, die diesen Kirchenschmuck über das Jahr hinweg stets hegen und pflegen, darf an dieser Stelle gewiss einmal ein großes und herzliches „Vergelt’s Gott!“ zugerufen werden.
Wie bereits erwähnt, ist es der Blumenschmuck an den Marienaltären im Mai, der Jahr für Jahr mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen wird und auf die besondere Verehrung Mariens im Monat Mai verweist. In diesem Jahr sollen einmal die Maialtäre aller fünf Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal kurz im Bild vorgestellt werden. Wie man sieht, dominieren Hortensien in unterschiedlichen Farben und Arrangements den Blumenschmuck. In Molpertshaus und in Alttann wurde der Blumenschmuck zu Füßen der Marienfiguren aufgebaut, die das ganze Jahr über zu sehen sind. In Rötenbach, Wolfegg und Bergatreute wurden an den Marienaltären eigens Figuren der Mutter Gottes aufgestellt, die ansonsten nicht oder an einem anderen Platz in der Kirche zu sehen sind. Bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass die Marienfigur in Alttann und in Wolfegg (kleinere Figur in Silber) dem gleichen Typus zuzurechnen sind. Der Knabe Jesus und Maria sind dabei bekrönt, Maria steht auf der geradezu klassischen Mondsichel. Die Marienfigur in Bergatreute kann als Maria Immaculata (also Maria, unbefleckte Empfängnis) wie auch die Rötenbacher Madonna verstanden werden. Beide sind barfuß, zertreten die Schlange zu ihren Füßen und überwinden damit symbolisch dir Ur- oder Erbsünde.
Im Hintergrund der Bergatreuter Madonna sind übrigens vier der fünf Sterne zu sehen, die dem Johannes Nepomuk, der rechts über die Schulter Mariens blickt, zuzuordnen sind. Man kann bei genauem Betrachten die Buchstaben t – a – c – u erkennen. Es fehlt also nur das i, damit die Aussage „tacui – ich habe geschwiegen“ und damit das Beichtgeheimnis gewahrt, vollständig ist.
Dazu mehr bei den Heiligen des Monats Mai!
In der Seelsorgeeinheit gibt es im Monat Mai 2021 insgesamt mindestens vier Maiandachten, für die sich die Gläubigen allerdings anmelden müssen.
Die erste Maiandacht war schon am 2. Mai in Bergatreute. Die Kirche war nach Corona-Vorgaben fast ganz gefüllt. Pfarrer Klaus Stegmaier stellte ansprechende Bibeltexte und Meditationen vor. Im gemeinsamen Gebet und dem Hören der vorgetragenen Marienlieder wurde der Mutter Gottes gedacht und Gott gepriesen. Der „Bergatreuter Dreigesang“ mit Claudia Bentele und den Gebrüdern Manfred und Hans Hoh sorgte für die musikalische Gestaltung und vermittelte so ein Gefühl der Geborgenheit, das die Menschen, die die Maiandachten besuchen, so sehr schätzen. Den Abschluss der Maiandacht bildete die Aussetzung des Allerheiligsten und der sakramentale Segen.

Die weiteren Maiandachten in der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal im Jahr 2021 sind:
Sonntag, 16.05.2021, um 19.00 Uhr in Molpertshaus
Sonntag, 23.05.2021, um 19.00 Uhr in Wolfegg
Sonntag, 30.05.2021, um 19.00 Uhr in Rötenbach

Ostern 2021

"Ich wünsche Dir, dass jede Nacht Deines Lebens in die Morgenröte eines neuen Tages mündet.
Ich wünsche Dir die Wärme und Glut eines Osterfeuers in Deinem Herzen.
Ich wünsche Dir das strahlende Licht der Osterkerze.
Ich wünsche Dir jeden Tag ein Halleluja auf Deinen Lippen.
Ich wünsche Dir den Glanz der Osternachtlichter an trüben Tagen.
Ich wünsche Dir die erfrischende und belebende Kraft des Osterwassers.
Ich wünsche Dir die Fortsetzung der Emmausgeschichte für Dein Leben.
Ich wünsche Dir zu jeder Stunde die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen.
Möge die Freude jeden Schmerz vertreiben, das österliche Licht jede Nacht durchdringen und das österliche Mahl alle Einsamkeit überwinden."
Diese guten Wünsche hat Pfarrer Klaus Stegmaier in seiner Predigt am Ostersonntag allen Gläubigen der Seelsorgeeinheit, ob sie den Gottesdienst besuchen konnten oder nicht, zugesagt. Zuvor ging er auf die Besonderheit von Ostern ein. Es gelte, so in Anlehnung an einen Gruß, der ihm selbst zukam, mit "Osteraugen, die auf Jesus schauen" auf das Geheimnis der Auferstehung, trotz aller Widrigkeiten, zu blicken. Dann, so der Pfarrer der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, erschließe sich auch die Bedeutung einer Osterbeichte oder das Geheimnis der Osterkommunion, "bei der wir dem auferstandenen Heiland am innigsten begegnen". So könne sich auch das einstellen, was man als die "Osterfreude" bezeichnet, die aufscheint in der Erkenntnis, dass wir mit Jesu Auferstehung den Tod und letztlich das Leid der Welt überwunden haben. 
In allen Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheiten gab es mit dem befreienden österlichen Halleluja, mit dem Entzünden der in der Osternacht geweihten Osterkerzen, mit Weihrauch, dem "Osterbildle", das seit einigen Jahren in allen Kirchen der SE ausgeteilt wird, und festlichen Orgelklängen Hochämter am Ostersonntag. Zudem ließen kleinere Gesangsgruppen erahnen, wie es vielleicht schon im nächsten Jahr wieder klingt, wenn der Kirchenchor mit dem Halleluja von Händel die Osterfreude quasi in ungeahnte (auch musikalische) Höhen führt. 
Nachfolgend gibt es einige Fotos von einem Osterfenster in Alttann, Figuren des Auferstandenen oder der jährlich von Sonja Lerch aus Engetweiler für Molpertshaus liebevoll und künstlerisch gestalteten Osterkerze. 
Und vielleicht weiß Pfarrer Stegmaier mit der Predigt vom Ostermontag noch etwas mehr, um das Ostergeheimnis noch etwas besser zu verstehen.
Text: Günter Brutscher  Fotos: Klaus Stegmaier und Günter Brutscher

PREDIGT VON PFARRER KLAUS STEGMAIER AM OSTERSONNTAG
PREDIGT VON PFARRER KLAUS STEGMAIER AM OSTERMONTAG