Rötenbach

In St. Gallen befindet sich eine Urkunde aus dem Jahr 861, die Rotinbahe, möglicherweise uns Rötenbach meint.Eine (erste?) Kirche wurde in Rötenbach, damals „Rettenbach“, später auch „Röthenbach“ geschrieben, im Jahre 1473 gebaut. Aus den Notizen des 1. Pfarrers Benedikt Kolros erfahren wir, daß ein Hochaltar 1671 zu Ehren des hl. Apostels Jakobus, des hl. Märtyers Sebastian und des hl. Sylvester geweiht wurde.

Die Pfarrei Rötenbach, gehörte um diese Zeit zur Pfarrei Eintürnberg. Ob das Gotteshaus eine eigentliche Filialkirche oder aber eine der Privatandacht dienende Gemeindekapelle war, ist unklar. Aus einem Brief des Eintürner Pfarrers Haagen von 1572 ist die Rede, dass man „nicht mehr als im Jahr dreimal hat dürfen Mess halten, nämlich auf Jakobi Apostoli, auf Festum Dedicationis (Kirchweih) und St. Sebastiani Martyris“. Mit der großen Entfernung zur Pfarrkirche Eintürnenberg nahm der größte Teil der Rötenbacher die Seelsorge in Wolfegg, andere aber auch in Karsee und Leupolz in Anspruch. Dies belegen die Einträge in den Pfarrbüchern. Die Rötenbacher waren es leid nur eine Filiale von Eintürnenberg zu sein und strebten nach Selbstständigkeit. Durch bischöfliches Dekret vom 10. November 1783 wurde die Loslösung von der Mutterpfarrei Eintürnenberg verfügt.

Am 20. Mai 1785 wurde der Grundstein zu unserer heutigen Kirche gelegt. Am 18. August 1793 konsekriete der Weihbischof von Konstanz feierlich die neu erbaute Pfarrkirche zu Ehren des hl. Apostels Jakobus und des hl. Papstes Sylvester. Der Weihbischof Wilhelm Joseph Leopold Freiherr zu Baden verordnete mit öffentlicher Urkunde das jährliche Kirchweihfest am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt zu begehen, was bis heute gefeiert wird.Durch die Innensanierung im Jahr 1999 erhielt die Rötenbacher Pfarrkirche ihr heutiges Aussehen. Am 19. März 2000 weihte Weihbischof Dr. Johannes Kreidler den Volksaltar. Mit der Altarweihe sind Reliquien des Hl. Theodor und der hl. Viktoria in den Volksaltar eingefügt worden.Weitere Gebäude runden die Ortsmitte um die Kirche ab: Gegenüber der Kirche entstand 1853 das erste Schulhaus. Heute bemüht sich der Dorfverein das Schulhaus zu einem Dorfgemeinschafthaus um zu bauen und wieder Leben in dieses Haus zu bringen.

Neben der Kirche steht das schmucke Pfarrhaus (Baujahr 1789) mit einem schönen Garten.Der Pfarrstadel, im 18. Jahrhundert für die Haustierhaltung erbaut, zwischendurch sollte der Pfarrstadel wegen Baufälligkeit abgerissen werden, gehört zum Ortsbild um die Kirche. Im Jahr 2004 wurde der Pfarrstadel grundlegend saniert und eine Leichenhalle, sowie ein öffentliches WC eingebaut.Südlich vom Pfarrstadel hat die Gemeinde Wolfegg im Jahr 2016 einen neuen Kindergarten für zwei Gruppen gebaut. Der Kindergarten wird in der Trägerschaft der Kath.Kirchengemeinde Rötenbach geführt. Zur Zeit werden 30 Kinder im Kindergarten betreut, mit der Möglichkeit 2 mal in der Woche als Ganztagesbetreuung, sowie die U3-Betreuung wird angeboten.Der kirchliche Friedhof umsäumt die Kirche.Heute gehört die selbstständige Pfarrgemeinde Rötenbach zur Seelsorgeeinheit Oberes Achtal mit Wolfegg, Alttann, Bergatreute und Molpertshaus.

Was wäre ein kirchliches Fest ohne Musik.Bei den kirchlichen Hochfesten singt der Kirchenchor, das „Chörle“ musiziert und singt modernes Liedgut zu Familiengottesdienste und anderen Anlässen. Die Musikkapelle Rötenbach spielt zu kirchlichen Festen auf, am Weißen Sonntag zur Erstkommunion, bei der Himmelsfahrtsprozession, an Fronleichnam, beim Patrozinium zu Ehren des Kirchenpatrons des Hl. Apostels Jakobus, beim Volkstrauertag am Kriegerehrenmal. Die Blutreitergruppe, präsentiert sich beim Blutritt in Weingarten und Bad Wurzach. Sowie zieht mit den Standarten und Fahnen bei kirchlichen Festen in die Kirche mit ein.

Die Bruderschaft zum Hl. Sebastian besteht seit 1590 ununterbrochen bis heute. Jährlich wird die Bruderschaftsandacht am Sonntag nach dem 20. Januar gefeiert, dazu gehören das Lied vom Hl. Sebastian, das Bruderschaftsgebet, sowie die Sebastianslitanei. Bis heute treten der Bruderschaft jedes Jahr neue Mitglieder bei. Die Statuten regeln die Pflichten der Mitgliedschaft, aber auch das Gebet um die Gesundheit und für die Sterbenden. Kirche und weltliches Dorf vereinen sich zu einer lebendigen Pfarrgemeinde Rötenbach.Pfarrer Otto Schmid schreibt zum Anfang des kleinen Führer durch die Pfarrkirche St. Jakobus Rötenbach“ Die Pfarrkirche, St. Jakobus d.Ä. mit dem Ortskern liegt malerisch in der hügeligen Voralpenlandschaft im Tal der Wolfegger Ach“.

(Geschichtliches wurde aus der Festschrift „200 Jahre St. Jakobus Rötenbach“ entnommen