Pfarrkirche St. Katharina

Schon im Jahr 1353 wird erstmals eine Kirche in Molpertshaus erwähnt. Die heutige Gestalt der Kirche ist im Wesentlichen der Renovation und Vergrößerung unter Abt Hermann Vogler aus Rot an der Rot (siehe Wappen über dem nördlichen Seitenausgang) in den Jahren 1733 bis 1738 zu verdanken. Die Wangen der Kirchenbänke stammen noch zum größten Teil aus dieser Zeit, als die Kirche "im barocken Glanz" erstrahlte. Weitere Renovationen, die nicht immer zur Verschönerung der Kirche beigetragen haben, erfolgten in den Jahren 1846 ibs 1848, später dann in den Jahren 1900 bis 1913, wobei der damalige Hochaltar mit der heiligen Katharina von Alexandrien durch Schreinergotik und mehrere Figuren aus der Werkstatt Moritz Schlachter aus Ravensburg ersetzt wurde. Heute noch sind die Figuren des heiligen Eligius (rechter Seitenaltar) und der heiligen Norbert von Xanten (Begründer der Prämonstratenser) und Antonius von Padua im hinteren Teil des Kirchenschiffes in der Pfarrkirche. Bei dieser Renovation wurden auch die Taufkapelle (vorne links) und die Ölbergkapelle außerhalb der Kirche (mit Figuren aus der Werkstatt Moritz Schlachter) errichtet. 1956 wurde die Kirchenausstattung dann "modernisiert" (Kanzel, Kommunionbank kamen neu in die Kirche, das Deckengemälde wurde (leider) übertüncht, die Chorfenster zugemauert, über dem Chor wurde das Heilig-Geist-Fenster eingebaut). 1994 war dann die bisher letzte Renovation der Kirche. Dabei wurde der Chorraum erweitert, die Kommunionbank entfernt und erstmals ein Volksaltar eingebracht. Diesen und den Ambo gestaltete der Künstler Gerhard Tagwerker, der mit seiner Tochter auch die künstlerische Gestaltung des Chorraums  mit der "Gloriole" an der Ostwand übernahm. 
Außer den bereits genannten Figuren befinden sich an der südlichen Kirchenwand noch eine Figur der Patronin der Kirche und der Kirchengemeinde, der heiligen Katharina von Alexandrien (vermutlich aus dem 16. Jht., seit 1964 in der Kirche), eine Statue des heiligen Sebastian (um 1660) und der Schmerzensmutter Maria (vermutlich aus dem 17. Jht.). Den Marienaltar ziert eine in der Werkstatt des Isnyers Georg Gebhart gearbeitete Figur der Maria auf der Mondsichel (seit 1957 in der Pfarrkiche). Die nördliche Wand weist eine Figur des heiligen Franz von Assisi (frühes 18. Jht.) sowie die bereits erwähnte Kanzel mit Pfingstmotiv (1956, Bildhauer Veith aus Lindau), das Wappen von Abt Hermann Vogler aus Rot a. d. Rot und das ehemalige Altarbild der Loyenkapelle in Mennisweiler (1820 abgerissen) auf.
An der südlichen und nördlichen Kirchenwand sind die 14 Stationen des Kreuzwegs auf zwei Tafeln zusammengefasst. Der Kreuzweg stammt vermutlich aus dem Jahr 1755 und wurde in den Jahren 1863 und 1864 von Maler Mohr aus Rohrbach restauriert. 
Die früheren Glocken der Pfarrkirche wurden im Jahr 1930 von Bischof Joannes Baptista Sproll, dem späteren "Bekennerbischof" geweiht, zu Kriegszwecken allerdings 1940 eingeschmolzen. Das neue Geläut stammt aus dem Jahr 1951. 
Weitere Angaben gibt es in der Festschrift "200 Jahre Kirchengemeinde Molpertshaus 1803-2003", hg. von der Kirchengemeinde Molpertshaus, Autoren: Rudolf Schuhmacher, Günter Brutscher und Peter Moosmann. 
Text und Fotos: Günter Brutscher 
Eine MindMap als Zusammenfassung dessen, was die Pfarrkirche Molpertshaus ausmacht, gibt es per Klick auf nachfolgenden Schriftzug:
PFARRKIRCHE ST. KATHARINA MOLPERTSHAUS
GLOCKENGELÄUT VON MOLPERTSHAUS
MAL SEHEN OB ES KLAPPT: MOLPERTSHAUSER KIRCHENRUNDGANG

Lourdeskapelle und Kreuzweg Molpertshaus

Mit sehr viel Engagement und ehrenamtlichen Einsatz hat die Molpertshauser Dorfgemeinschaft auf Anregung von Bürgermeister Manfred Konnes und unter Mithilfe der Kirchengemeinde Molpertshaus in den  Jahren 1996 und 1997 den Kreuzweg wieder hergestellt, neue Bilder für die Kreuzwegstationen anfertigen lassen und den vom Blitz im Jahre 1998 vollkommen zerschlagenen Bildstock mit der 10. Kreuzwegstation wieder so hergestellt, dass er exakt den anderen gleicht. Zudem wurde dann noch die Lourdeskapelle trocken gelegt und neu bemalt. Der schon Ende des 19. Jahrhunderts angelegte ursprüngliche Kreuzweg war von Sträuchern und Bäumen überwachsen und geriet allmählich in Vergessenheit. Die Renovierung wurde von den hiesigen Firmen großzügig unterstützt, indem diese Geräte und Maschinen zur Verfügung stellten.
Für die zweite Ausgabe des Molpertshauser Lindenblatts hat Chronist Rudolf Schuhmacher in den Büchern gegraben und die Geschichte des Kreuzwegs und der Lourdeskapelle recherchiert.
Auf Anregung von Pfarrer Johannes Nepomuk Mennel (Pfarrer in Molpertshaus von 1875 bis 1895, geb. am 14. Mai 1816, gestorben am 25. Januar 1895) und der Zusicherung für die kostenlose Abtretung des Weges von den Angrenzern Benedikt Sturm und Adlerwirt Boos begann man im Jahre 1887 mit einem Spendenaufruf, um die Finanzierung des Kreuzwegs zu sichern. Jedes Pfarreimitglied konnte einen Betrag zeichnen, der dann später manchmal in mehreren Raten zur Zahlung fällig war, was aber nicht von allen eingehalten wurde, wie der Pfarrer später bemängelte. Die Namen der säumigen Spender wurden öffentlich genannt und gerügt. 220 Spenden gingen seinerzeit ein, von 10 Pfennig bis zu 45 Mark. 45 Mark war der Betrag, der für eine Station aufzubringen war. Sowohl Pfarrer Mennel als auch der Haisterkircher Pfarrer gingen mit gutem Beispiel voran und spendeten jeweils eine Station. Den Einnahmen von 665 Mark standen Ausgaben von 632 Mark gegenüber, sodass sogar ein Überschuss entstand. Dieser wurde zum Kauf von Opferstöcken verwandt. 10 Mark wurden sodann in denselben geworfen, so der Beschluss des damaligen Kirchenstiftungsrates. Die Bilder für die Stationen malte Xaver Hafner aus Wurzach, die Maurerarbeiten wurden von Herrrn Abele aus Furt und die Schreinerarbeiten von Herrn Kiebler aus Molpertshaus durchgeführt. Ein Stationsbild vom früheren Kreuzweg hängt übrigens heute im Gang zum Pfarrhaussaal. Die übrigen waren nicht mehr zu retten.
Widersprüchlich sind die Aufzeichnungen beim Bau der Lourdeskapelle. Fest steht, dass der Bauer Benedikt Sturm, der aus Rohr kam und den heutigen Hof Schattmayer/Binder kaufte, bestrebt war, am Ende des Kreuzweges, auf dem sogenannten hinteren Moosberg, eine Marienkapelle zu bauen. Die Genehmigung dazu erteilte Bischof Carl Josef Lipp am 27. September 1887 mit der Auflage, dass keine Zelebration der heiligen Messe und keine öffentlichen Maiandachten abgehalten werden dürfen. Die als Wohltäterin bekannte Fürstin Sofie von Wolfegg übernahm einen wesentlichen Teil der Finanzierung. Die Steine zum Bau der Kapelle lieferte Ziegler Härle aus Mennisweiler zum Preis von 80 Mark. Xaver Hafner übernahm die Malerarbeiten und Maurermeister Leiprecht die Maurerarbeiten. Jedenfalls war die Kapelle Eigentum von Benedikt Sturm und das sollte sich rächen. Sturm meldete nach einigen Jahren Konkurs an. Angestrengt von den Gläubigern wurde die Zwangsvollstreckung angeordnet. Der Hof des Erbauers und die Kapelle, einschließlich des an die Kirchengemeinde abgetretenen Kreuzwegs (Grund und Boden) wurden am 7. August 1893 im Wochenblatt zum Verkauf ausgeschrieben. Verzweifelt versuchte der damals 77- jährige Pfarrer Mennel und sein Kirchenstiftungsrat die Kapelle und den Kreuzweg von der Konkursmasse zu trennen, was schließlich auf Grund eines vorhandenen Stiftungsvertrags vom 28. Juni 1888 vom Vollstreckungsgericht Waldsee zugebilligt wurde. Im Vertrag ist festgelegt. "Sollte das Hofgut durch Kauf oder Tausch in fremde Hände übergehen, so geht die Kapelle samt dem eingefriedigten Platz um dieselbe und der zu derselben führende Weg als Eigentum an die Pfarrgemeinde über." In selbigem Vertrag ist zudem festgelegt, dass die Kapelle "zu Ehren der unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria erbaut" wurde. Schließlich heißt es im Vertrag: "Möge die Kapelle für alle Zeiten ein vielbesuchter Gnadenort sein und der Segen des Himmels auf der ganzen Pfarrgemeinde ruhen." Erst im Jahre 1913 gingen allerdings die Lourdeskapelle und der Kreuzweg endgültig in den Besitz der Pfarrei über. Übrigens: Um die Relation der Preise damals (1888) deutlich zu machen, sei noch erwähnt, dass der achtköpfige Sängerchor bei der Einweihung einen Bon von 1 Mark 50 pro Person für Essen und Getränke erhielt.
Quelle: Molpertshauser Lindenblatt Nr. 2, 2001 (überarbeitet)

Eine ausführlichere Beschreibung und die Stationsbilder des Kreuzwegs gibt es per Klick auf untenstehenden Schriftzug.
KREUZWEG MOLPERTSHAUS

Josefskapelle in Zwings

Fast in jedem Ort des Oberlandes wurde im 18. Jahrhundert eine Kapelle errichtet. So zum Beispiel in Gaishaus, in Graben, in Hittelkofen, in Osterhofen, in Rohr, Rohrbach, Ziegolz und eben auch in Zwings. 
Laut Schätzung des Denkmalamtes wurde diese im Jahr 1730 gebaut. Vermutlich war sie seinerzeit eine Erweiterung der ursprünglichen offenen Wegkapelle. Jedenfalls erfuhr die Kapelle mehrere Erweiterungen und Aufbauten, wie nach Abschlagen des Verputzes im Jahre 2020 festgestellt werden konnte (vgl. Foto). Mit Sicherheit kann nachgewiesen werden, dass die Kapelle im Jahre 1770 eine Glocke mit der Aufschrift "Sankt Josef und alle Heiligen, bittet für uns" erhielt. Diese wurde allerdings im Jahre 1941 zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Das heutige Glöcklein stammt aus dem Jahr 1951. Einstmals war die Kapelle mit wertvollen Statuen und Bildern ausgestattet, die zum Teil allerdings immer wieder Beute von ruchlosen Dieben wurden. Heute befinden sich in der Kapelle noch ein Altarstein und ein schönes Kreuz mit aus neuerer Zeit stammenden Assistenzfiguren (Maria und Josef und St. Sebastian). Der Altarstein und das Kreuz sind von Robert Maucher, Steinmetzmeister aus Mennisweiler (*1932, + 2016). Wie sehr die Zwingser und Haider mit ihrer Kapelle verbunden sind, zeigt sich auch daran, wie die genannten Figuren in die Kapelle kamen. Nach Auskunft von Seppi Liebrich wurde die Muttergottes-Figur von Spendengeldern der Zwingser und oberen Haider finanziert. Sie wurde von Holzbildhauer und Schnitzer Klaus Demeter (*1937, + 2016) aus Bad Wurzach gefertigt. Die Josefsfigur wurde ebenfalls mit Spendengeldern von Zwingsern und Haidern finanziert. Entworfen und geschnitzt hat diese Figur ein Freund der Familie Liebrich, Ernst Bendel aus Haidgau. Ernst Bendel arbeitet als Holzschnitzer, sein Lehrmeister war Klaus Demeter aus Bad Wurzach. Schließlich stammt die Sebastiansfigur von Alois Bareth, dem Bruder von Frau Lydia Liebrich und somit dem Onkel von Seppi Liebrich. Alois Bareth (*1930, + 2016), Landwirt und Hobbyschnitzer aus Mennisweiler, schenkte die Figur Seppi und Alexandra Liebrich zu deren Hochzeit im Jahr 2005. Den beiden war es ein Anliegen, dass der heilige Sebastian auch einen Platz in der Zwingser Kapelle bekam. So ist die Figur auch als Schenkung in den Büchern der Stadt Bad Wurzach, Ortschaft Haidgau, hinterlegt. Die neuere Sebastiansfigur in der bekannten Sebastianskapelle Haisterkirch könnte dabei Alois Bareth als Vorbild gedient haben. Jedenfalls kann die Haisterkircher Figur leicht als "großer Zwillingsbruder" des Zwingser Sebastian angesehen werden. Alle drei Figuren wurden von Doris Bendel, der Ehefrau von Ernst Bendel, bemalt und sind so geradezu "lebendig" geworden. Die 14 Kreuzwegstationen, die im Jahre 1853 in die Kapelle kamen, sind mittlerweile auch gestohlen worden.
Noch heute wird die Kapelle immer wieder in den Sommermonaten bei Abendmessen und Sterbe-Rosenkränzen genutzt. Zudem wird seit urdenklicher Zeit am 2. Januar die so genannte "Hagelfeire" gehalten, um für ein gutes und fruchtbares Jahr zu beten. Im Jahre 1999/2000 wurde nach dem tragischen Unfall von Mesner Oskar Liebrich mit Spenden der Zwingser und Haider, sowie der Pfarrgemeinde Molpertshaus und der Stadt Bad Wurzach ein elektrisches Läutewerk installiert. Die Familie Liebrich kümmert sich mit viel Sorgfalt und Mühe um die Kapelle und darum, dass diese weiterhin ihren "Sitz im Leben" der Zwingser und Nachbarn von der Haid hat. 
Übrigens soll auch die Zwingser Kapelle ursprünglich mit einem Gemälde (Öl auf Leinwand) des Wunders des hl. Eligius, nach dem Gemälde in der Pfarrkirche Molpertshaus aus dem 18. Jahrhundert, handwerklich gefertigt, ausgestattet gewesen sein. Das Gemälde wird in der Bildtafel 95 im Buch gezeigt (siehe Schwarz-Weiß-Foto).
Quelle: Festschrift 200 Jahre Kirchengemeinde Molpertshaus 1803-2003, hg. von der Kirchengemeinde Molpertshaus (überarbeitet)
Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Kreises Waldsee, bearbeitet von Adolf Schahl unter Mitarbeit von W. v. Matthey, Stuttgart und Berlin, 1943, Seite 313 und Tafel 95 (Anhang)
 

Veitskapelle Furt

Die Kapelle von Furt hat eine schon fast 400-jährige Geschichte. Zweifellos wurde schon im Jahre 1618 (in dem Jahr, als der Dreißigjährige Krieg begann) von einem gewissen Georg Zembrod in Furt eine Kapelle gebaut. Fest steht auch, dass schon im Jahre 1618 ein Acker und ein Krautland für die Unterhaltung der Kapelle gestiftet wurde und eine eigene "Kapellenpflege" eingerichtet wurde. Es muss allerdings bezweifelt werden, ob es sich dabei um die heutige Kapelle handelt. Jedenfalls wird in den Landvogteiakten von der Erbauung einer Kapelle im Jahre 1733 berichtet. Wie in den vorhandenen Aufschrieben zu lesen ist, wurde im Jahre 1826 in den Orten Engetweiler, Furt, Furtmühle und Rossberg (wo seinerzeit als einziges Gebäude das Bräuhaus stand) und Sommers für die Errichtung eines Turms mit Glöcklein gesammelt. Aus dem Überschuss konnte sogar noch ein Acker gekauft werden, der als "Glockenacker" bezeichnet wurde. Auf der noch heute läutenden Glocke ist die Jahreszahl 1825 und der Name des Stifters der Glocke und damalige Bräuhauswirt Sebastian Birkenmayer eingraviert. Neben dem hohen Alter gibt es noch eine andere interessante Geschichte über die Glocke zu berichten. Als im Jahre 1941 drei Glocken der Pfarrkiche Molpertshaus sowie das Glöcklein von Zwings zu Kriegszwecken abgeliefert werden mussten, sollte auch das Furter Glöcklein eingeschmolzen werden. Ein Gesetz rettete den Furtern allerdings ihre Glocke. Es durfte nämlich in jedem Gotteshaus eine Glocke verbleiben, sofern für das Gotteshaus eine eigenständige Verwaltung, also "Kapellenpflege", vorhanden war. Und diese war ja, wie oben berichtet, bereits im Jahre 1618 eingerichtet worden. So entging das Furter Glöcklein dem Missbrauch für Kriegszwecke. Früher muss die Kapelle einmal reich mit kostbaren Figuren und Gemälden bestückt gewesen sein. Dies jedenfalls lässt sich aus einem Stiftungsvertrag aus dem Jahre 1725 und einer Inventurliste aus dem Jahre 1849 erschließen. Heute befindet sich in der Kapelle noch immer ein kostbares Wandkreuz aus dem 17. Jahrhundert, das erst vor kurzem von Frau Hecht-Lang aus Bad Waldsee renoviert worden ist. Zudem befindet sich in der Kapelle eine Sebastians-Figur jüngeren Datums und eine ebenfalls renovierte Vitus-Statue aus dem Jahre 1880, die von einem gewissen Mayer aus Neckarsulm gearbeitet wurde. Der Heilige Vitus oder Veit, wie er im Volksmund genannt wird, gehört zu den Vierzehn Nothelfern, wie auch die Heilige Katharina, die Patronatsheilige der Molpertshauser Pfarrkirche und wurde zu allen Zeiten in der Furter Kapelle besonders verehrt. Früher brachte man die kranken Kinder in die Kapelle, um diese mit einem bereit liegenden Hemdchen, dem sogenannten Veitshemdchen, zu berühren oder zu bekleiden. Dafür wurde ein neues Hemdchen geopfert. Der Überlieferung nach gab es viele Heilungen.
Quelle: Molpertshauser Lindenblatt Nr. 3, 2002 (leicht überarbeitet)
Eine MindMap mit Informtionen zur Kapelle und zum Patron der Kapelle, dem Heiligen Vitus gibt es per Klick auf den nachfolgenden Schriftzug.
VITUS-KAPELLE FURT, Kirchengemeinde Molpertshaus

Eligiuskapelle Mennisweiler

Schon in früher Zeit stand in Mennisweiler an der heutigen Kiesgrube in Richtung Molpertshaus eine Eligiuskapelle. Seinerzeit gab es auch eine Wallfahrt zu dieser Kapelle, da der heilige Eligius unter anderem als Patron der Pferde und Reiter gilt. 
Im Jahre 1820 wurde dies erst im Jahr 1724 neu errichtete Kapelle aus letztlich unerfindlichen Gründen abgebrochen und nicht wieder aufgebaut (vermutlich weil in der Zeit des Josephinismus große Bedenken gegen Wallfahrten und Volksfrömmigkeit aufkamen). 
Dieser Abbruch der Kapelle, deren Altarbild noch heute in der Pfarrkiche Molpertshaus und quasi als verkleinerte Kopie in der jetzigen Kapelle Mennisweiler zu sehen ist, stieß auf wenig Zustimmung in der Bevölkerung. So war es kein Wunder, dass man im Jahre 1874 eine neue Kapelle an der Straße von Bad Wurzach nach Roßberg erbaute. Diese Kapelle mit Türmchen und Glöcklein wurde durch freiwillige Spenden der Mennisweiler finanziert. Die Kapelle steht heute noch in ihrer ursprünglichen Form, ist mittlerweile allerdings im Besitz der Stadt Bad Waldsee. Im Buch "Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Kreises Waldsee", bearbeitet von Adolf Schahl, aus dem Jahr 1943 wird die Kapelle als "kleiner Rechteckbau, im Halbkreis geschlossen. Rundbogenfenster, Flachbogentür. Satteldach mit gemauertem Glockenstuhl über dem Giebel" beschrieben.
Es ist zu vermuten, dass die Kapelle nach dem Vorbild der früheren Mennisweiler Kapelle dem heiligen Eligius geweiht ist. Die verkleinerte "Kopie" des ursprünglichen Altarbilds der Loyenkapelle oder der Kapelle St. Loy, wie die Kapelle St. Eligius auch genannt wurde, hing schon in früheren Jahren in der Mennisweiler Kapelle, wurde dann allerdings, aus nicht mehr erfindlichen Gründen, auf den Dachboden des Pfarrhauses in Molpertshaus verbracht. Dort entdeckte Rudolf Schuhmacher das einigermaßen versteckte Bild. Bevor dieses aber wieder nach Mennisweiler zurück gebracht werden konnte, musste der Vetter von Rudolf Schuhmacher, Pfarrer Adolf Schuhmacher noch eigens bestätigen, dass das Bild tatsächlich früher schon in dem Teilort Mennisweiler war und dort seinen angestammten Platz hat. Das Buch "Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Kreises Waldsee" (s. o.) gibt eine weitere Bestätigung hierfür ab. Das Bild wird wie folgt beschrieben: "Öl auf Leinwand: Wunder des hl. Eligius, 0,92 h. x 0,74 b., nach dem Gemälde in der Pfarrkirche Molpertshaus 1875 von Mohr, handwerklich." Wie dieses Beispiel zeigt, hat es immer schon Ausleihen von Bildern und Figuren gegeben, die nicht immer dokumentiert wurden. So ist auch der gotische Molpertshauser Altar nach Rottweil ins Museum gekommen, ohne dass letztlich geklärt werden konnte oder kann, wie es zum Verkauf kommen konnte. 
Nach dem bereits erwähnten Buch werden für die Kapelle folgende Holzbildwerke angegeben: Hl. Gallus und hl. Mönch, 0,73 und 0,76 h., frühes 19. Jahrhundert, bäuerlich, hl. Aloisius, 0,66 h. und hl. Sebastian, 0,91 h., beide drittes Viertel 19. Jahrhundert, bäuerlich." Keine dieser Figuren ist allerdings heute mehr in der Kapelle zu finden. Auch der seinerzeit in der Kapelle aufgestellte Altar ist nicht mehr vorhanden. Dieser wurde wie folgt beschrieben: "Holz. Säulenflankierte Rundbogenflachnische mit Muttergottes, 0,86 h., frühes 17. Jahrhundert (Christkind 19. Jahrhundert, handwerklich). Über dem Gebälk Gekreuzigter, 0,55 h., frühes 19. Jahrhundert."
Das Innere der Kapelle präsentiert sich heute dem Besucher schlicht und doch einladend. Das Kreuz und die Figuren des heiligen Sebastian und des heiligen Josef wurden von privater Seite (Familien Wenk / Huber) gestiftet. Diese sind, wie auch die Muttergottes mit dem Jesuskind und der heilige Christopherus (Dauerausleihe von Ute Schmid), von durchaus ansprechender Qualität.
Der Altar wurde von dem örtlichen Steinmetz Robert Maucher gestaltet. In den 12 Bänken der Kapelle haben 36 Personen Platz. Mennisweiler selbst hat etwa 300 Einwohner, wenn alle daheim sind....
Heute wird in der Kapelle regelmäßig am Sonntag ein Rosenkranz gebetet. Zudem gibt es Maiandachten und immer wieder während der Sommermonate Kapellengottesdienst. Während der Bastiani-Wallfahrten im Januar beten diejenigen, die den Weg auf die Grabener Höhe nicht mehr mitgehen können, in der Kapelle Rosenkranz. Schließlich wird täglich drei Mal zum Angelus-Gebet geläutet. Frau Gerda Schuhmacher pflegt "ihre" Kapelle liebevoll und übt als Mesnerin auch das Amt der Vorbeterin aus. 
Quellen: 200 Jahre Kirchengemeinde Molpertshaus 1803 - 2003, hg. von der Kirchengemeinde Molpertshaus (überarbeitet) 
Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Kreises Waldsee, bearbeitet von Adolf Schahl unter Mitarbeiter von ". v. Matthey, Stuttgart und Berlin 1943, Seite 166