Besuch in unserer Seelsorgeeinheit im Steinlabyrinth in der Kiesgrube bei Molpertshaus

Firmlinge aus der Seelsorgeeinheit Ravensburg-Süd „auf Umwegen zum Ziel“ in Molpertshaus
Molpertshaus (18. Juli 2021) - Mehr als 30 Jugendliche haben das Angebot, „auf Umwegen zum Ziel“ zu kommen des Jugendreferats Allgäu-Oberschwaben in Kooperation mit der Jugendkirche Joel in Ravensburg angenommen und haben so einen steinigen Sonntagnachmittag in Molpertshaus erlebt. Nachdem ursprünglich vorgesehen war, die Sternwallfahrt von drei Stationen aus zu starten, blieb schließlich noch der Startpunkt „Friedhof Molpertshaus“, weil neben der Firmgruppe der Seelsorgeeinheit Ravensburg-Süd eben nur noch zwei weitere Interessenten sich auf den Weg machten. Schade eigentlich, weil die Impulse mit meditativer Musik zum Thema Weg, Ziel und Mitte doch sehr ansprechend waren. Zudem erlebten die jungen Leute, wie das Begehen des Steinlabyrinths in der ehemaligen Kiesgrube bei Molpertshaus doch vieles selbst mit dem noch jungen Leben der Pilgerinnen und Pilger zu tun hat. Da kommt man vermeintlich der Mitte des Labyrinths und damit des Lebens ganz nahe, bevor man sich doch wieder allzu weit entfernt, aber doch auf dem Weg bleibt und das Ziel nicht aus den Augen verliert. Die Mitte des Lebens, so wurde wohltuend ruhig und eben mit Musik unterlegt in der Meditation, die von Schwester Marie-Therese, Regina, Marie und Nadine vorgetragen wurde, deutlich, möchte und kann Jesus von Nazareth, der als der Christus geglaubt wird, sein. Gott, so gaben die Vortragenden ihre Überzeugung und Erfahrung preis, verlässt einen nicht, selbst wenn Umwege zu gehen sind, selbst wenn der Weg steinig ist, die Kraft ausgeht, der Lebensmut schwindet. „Gott geht geduldig mit uns weiter“, so die Zusage der Vortragenden. In den an die Meditation anschließenden Fürbitten wurde das Thema des Labyrinths und der nicht immer ganz einfachen Wege und Schicksale aufgegriffen.
Auf den Weg des Labyrinths machten sich nicht nur die Jugendlichen, sondern eben auch die Jugendreferentinnen Amelie Widenhorn, Samanta Lutz, Schwester Marie-Therese Bühler und ihr Team mit Praktikant Paul Gihr und schließlich auch Christine Blattner, die Künstlerin aus Molpertshaus, die den Steingarten mit dem Labyrinth angelegt und gestaltet hat. Dieser kann auf dem Weg von Molpertshaus nach Rohr im Wald von der Straße aus eingesehen und auf gar steiler Strecke angegangen werden und erfreut sich derzeit sehr großem Zuspruch. Christine Blattner stand dann bei Gegrilltem und Getränken auch noch für Fragen der Firmlinge zur Verfügung.
Schade nur, dass das Angebot irgendwie nicht diejenigen erreichte, die in besonderer Weise eingeladen waren. Übrigens ist das Steinlabyrinth auch unter den „Kraftorten“ zu finden, die derzeit im Raum des Altdekanats Waldsee von der „mobilen jungen Kirche“ und deren Leiter, Diakon David Bösl, ausgemacht wurden.

Text und Fotos: Günter Brutscher

Mini-Jonglage wird Maxi-Erfolg

Mennisweiler / Molpertshaus (16. Juli 2021) - Deutlich mehr als zehn Ministrantinnen und Ministranten haben am vergangenen Freitag, 16. Juli 2021, weit mehr als eine Stunde Bälle in der Luft schweben lassen und so die Grundlagen der Drei-Ball-Jonglage erlernt. Unter Anleitung von Hobby-Jongleur Günter Brutscher, also dem Schreiber dieser Zeilen, ging es darum, in mehreren Schritten das Gefühl für die Bälle, die Bewegung der Hände und den Rhythmus für das allzu leicht ausschauende Werfen – Fangen – Werfen – Fangen usw. zu finden. Und, so kann festgestellt werden, alle haben das Prinzip verstanden, mehr als die Hälfte dürfen sich schon Jongleure oder Jongleurinnen nennen, weil sie mehrfach die geworfenen Bälle auch fangen konnten.  Auch alle anderen sind so begabt, dass sie mit entsprechendem Eifer schon bald ganz automatisch die drei Bälle jonglierend werfen und fangen können. So wurde aus der Mini-Jonglage ein geradezu Maxi-Erfolg. Dass das so schnell geht, erstaunte nicht nur Simon, der schon nach einer halben Stunde mindestens 20 Mal einen Ball im Kaskade-Muster fangen konnte, selbst wenn er, wie es häufig bei Jonglage-Anfängern festzustellen ist, den Bällen hinterher rennen musste. Dafür bot der Mennisweiler Bolzplatz genügend Raum, die bereitgestellten Getränke konnten den Durst löschen, die anschließende Zusammenkunft in Mauchers Eistee-Garten führte dann fast alle der mehr als 20 Molpertshauser Ministrantinnen und Ministranten, nämlich auch diejenigen, die erst noch bei der Probe der JuKa, also der Jugendkapelle der Wolfegger Musikvereine waren, zusammen. Selbstverständlich wird es für Interessierte ein weiteres Angebot geben, bei dem dann auch Jonglage-Tricks verraten und einstudiert werden. Das Angebot ist auch für andere Ministranten- oder Jugendgruppen in der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal möglich. Einfach in einem der Pfarrämter mit einem Terminvorschlag anmelden. Dann kann’s schon bald losgehen mit den fliegenden Bällen, sodass nicht nur der oder die Thuriferarin, also der oder die das Weihrauchfass an Hochämtern schwenkt und vom Navikular oder der Navikularin, also der oder die mit dem Weihrauch-Schiffchen, begleitet wird, sicher das Fass schwenkt, sondern auch mit Bällen gut umgehen kann. Rhythmusgefühl ist für beide Tätigkeiten sehr hilfreich…

Text und Fotos: Günter Brutscher

335 Jahre Wallfahrt zu Maria vom Blut - Besinnungsweg statt Flurprozession am Bergatreuter Wallfahrtsfest

Bergatreute (2. Juli 2021) - Die weithin sichtbare barocke Kirche in Bergatreute mit ihrer mächtigen Zwiebelhaube bedeutet für gläubige Oberschwaben eine zentrale Marienwallfahrtsstätte, die auf Jahrhunderte währenden Verehrungskult zurückblickt. Die Wallfahrtsfeierlichkeiten zur Muttergottes vom Blut wurden wegen der Coronapandemie ähnlich dem Blutfreitag in Weingarten,  in kleinerem Rahmen begangen. Immerhin waren beide Gottesdienste am Morgen und Abend des Festes Maria Heimsuchung (2.Juli) gut besucht und wie üblich ins Freie übertragen worden, wo zahlreiche Pilger andächtig lauschten. Unter ihnen wurden von Ortspfarrer Klaus Stegmaier auch die Abordnung einiger Marchtaler Vinzentinerinnen, der Bundestagsabgeordnete Axel Müller sowie der Ehrenvorsitzende des Blasmusikkreisverbandes Josef Mütz herzlich willkommen geheißen. Der Einzug verschiedener Fahnenabordnungen war dabei ein kleiner Trost für die sonst prächtigen und musikalisch umrahmte Wallfahrt. Aus guter Tradition spielte die örtliche Musikkapelle um sechs Uhr früh an verschiedenen Stellen zur Tagwache auf, sodass die festliche Einstimmung zumindest den Ortsansässigen ein hörbares Zeichen war. Eine Sänger- und Bläserbesetzung unter der Leitung von Caroline Forderer umrahmte die Festmesse, die von Claudia Bentele an der Orgel begleitet wurde. Dabei konnte die Wallfahrt in diesem Pandemiejahr auf ein kleines Jubiläum zurückblicken, denn seit 335 Jahren kommen Pilger und Gläubige in den oberschwäbischen Wallfahrtsort.
Der Ursprung dieses blutenden Madonnenbildes geht auf den Steinwurf des Giovanni Zuccone 1494 im oberitalienischen Re zurück. Eine Gnadenbildkopie gelangte durch den Kaminkehrer Bartholomäus Ritzolt in die böhmische Stadt Klattau, wo sich das Blutwunder wiederholte. Von dort gelangte 1686 ein weiteres Abbild durch verwandtschaftliche Beziehung des damaligen Pfarrers Mietinger nach Bergatreute und löste einen großen Pilgerstrom aus, der schnell über die Grenzen Oberschwabens hinaus reichte. Kinder hatten immer schon großen Bezug zur Bergatreuter Wallfahrt und so war es schön, dass hier die Schulen an dem besonderen Feiertag geschlossen blieben. Den unscheinbaren und doch liturgisch wichtigsten Dienst zahlreicher Ministranten mit ihren purpurroten Gewändern verlieh der Festmesse ein feierliches Gepräge.
Der aus Baienfurt stammende Dekan Elmar Spöttle, heute im oberpfälzischen Wallfahrtsort Habsberg seelsorgerisch tätig, hielt die Festpredigt. Dem gebürtigen Oberschwaben war es anzumerken, dass er gerne in seiner Heimat weilte und die Bergatreuter Wallfahrt schon aus Kindertagen kannte. Er wurde liebevoll vom Ortspfarrer Klaus Stegmaier als der nach „Bayern fort“ gegangene „Baienfurter“ vorgestellt. In seiner bunt gestreiften Predigt ging er auf die Größe Gottes ein und erinnerte an die Wunder, welche hier und an vielen Orten geschehen waren und noch immer geschehen würden.
Nachdem die Prozession durch Feld und Flur mit dem Gnadenbild - wie so vieles in den vergangenen 16 Monaten - pandemiebedingt ausfiel, wurde an der Strecke ein Besinnungsweg mit Tafeln aufgestellt. Die mit einem QR-Code versehenen Texte aus den Stationen des Lebens der Mutter Jesu können so bequem auch mit dem Handy gehört werden. Der Betrachter wird dabei mit meditativen Texten von Nazareth, Bethlehem über Kanaa nach Golgotha geführt, ehe schließlich das neue Pfingsten den Pilger einlädt sich der Schönheit des christlichen Glaubens anzuschließen. Der Meditationsweg beginnt bei der Wallfahrtskirche und kann noch bis 11. Juli in besinnlicher Weise ergründet werden.
Dekan Spöttle hat abschließend im feierlich angestimmten Te deum laudamus nochmals die Größe Gottes bekundet. So hofft die christliche Gemeinde - nicht nur in Bergatreute - auf ein Wallfahrtsjahr 2022, an dem wieder alle gemeinsam teilnehmen und mitfeiern können.

Text und Fotos: Alexander Hepp

Impulsweg „Auf den Spuren Mariens“ anlässlich des Bergatreuter Wallfahrtsfestes

Bergatreute (2. Juli 2021) - Einen in mehrfacher Hinsicht besonderen Impulsweg mit dem Titel „Auf den Spuren Mariens“ hat die Kirchengemeinde Bergatreute anlässlich des diesjährigen Wallfahrtsfest an Mariä Heimsuchung (2. Juli) aufgestellt. Sieben Stationstafeln sollen so etwas wie ein Ersatz für den traditionellen Prozessionsweg am Wallfahrtsfest entlang des Weges Am Herrenweiher in Bergatreute sein.

Besonders ist der Stationen- oder Impulsweg aus mehreren Gründen. Zum einen werden die sieben Tafeln nur eine begrenzte Zeit zu sehen sein, zum anderen verweisen fünf der Stationen unmittelbar auf Wege, die Maria mit Jesus gegangen ist. Das ganz Besondere aber ist, dass über QR-Codes, die auf den Stationsbildern zu sehen sind, Impulse aus dem Internet geladen werden können. Diese Impulse, die auf einer Homepage der Schönstatt-Gemeinschaft eingestellt sind, zeigen einerseits die besinnlichen Texte, die auch auf den Stationstafeln zu lesen sind, spielen aber auch meditative Musik ab, die den Pilgerweg zu einem ganz besonderen Weg machen, der gewiss auch zu innerer Einkehr führen kann.

Die Wege, die Maria mit Jesus gegangen sind, führten sie nach Nazareth, ihre Heimatstadt, nach Bethlehem, nach Kana, auf Golgotha und in den Pfingstsaal. Dabei beginnen die Überschriften stets mit dem Hinweis „Maria, ich sehe dich …“, danach gibt es einen Impuls zu Jesus an dem jeweiligen Ort, eine Würdigung dessen, wie sich Maria in der jeweiligen Situation verhalten hat und schließlich einige Anregungen, was die jeweilige Situation vielleicht auch für den Betrachter oder die Betrachterin bedeuten kann.

Der Stationen- bzw. Impulsweg ist tatsächlich ein besonderer, sodass dieser auch auf der Homepage www.wegzeichen-oberschwaben.de unter dem Link „Kreuzwege in Oberschwaben“ veröffentlicht wird. Dort können dann auch die Texte, selbst wenn der Impulsweg längst abgebaut worden sein sollte, nachgelesen werden. Vielleicht lassen sich sogar die QR-Codes mit dem Smartphone auslesen, sodass die Texte und die Musik auch noch gehört werden können.

Text und Fotos: Günter Brutscher

In versöhnter Verschiedenheit „Andere anders sein lassen“

Wolfegg (24. Mai 2021) - Es ist gute Tradition in der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, dass am Pfingstmontag mit der evangelischen Schwestergemeinde Alttann ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert wird. In diesem Jahr war nicht nur die begrenzte Gottesdienstbesucherzahl aufgrund der Corona-Bestimmungen ganz neu, nachdem im letzten Jahre der Gottesdienst komplett ausfallen musste. Auch Pfarrer Jan Gruzlak, der Leiter der evangelischen Kirchengemeinde, war erstmals Konzelebrant und sogleich auch Prediger beim ökumenischen Gottesdienst.
In der Begrüßung, die besonders auch an die Christen der evangelischen Kirchengemeinde Alttann und der fünf katholischen Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal gerichtet war, betonte Pfarrer Klaus Stegmaier, dass auch die Kirche „wachsen und reifen muss“ und stets aufgefordert ist, dazu zu lernen, damit „Jesu Botschaft der Gerechtigkeit, des Friedens und der Barmherzigkeit“ spürbar und erfahrbar werde. So setzte Pfarrer Stegmaier schon zum Auftakt des Gottesdienstes ein Zeichen der Ökumene, da ja auch die Jahreslosung der Kirchengemeinde Alttann das Thema Barmherzigkeit in den Mittelpunkt stellt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36)
In seiner Predigt hat Pfarrer Jan Gruzlak eine die Ökumene geradezu befördernde Auslegung der Lesung 1 Mose 11, 1-9, weithin bekannt als die Stelle, wo vom Turmbau zu Babel im Alten Testament berichtet wird, vorgestellt. Gruzlak hat dabei das theologische Augenmerk weniger auf den Turmbau, der stets mit der Hybris, der Überheblichkeit der Menschen, die sein wollten wie Gott, und der  babylonischen Sprachverwirrung verbunden wird, gelegt. Vielmehr stellte er die geradezu phantastische Stadt Babel vor, die nach der Bibel so professionell angelegt war, dass die Menschen keinen Grund mehr hatten, die Stadt zu verlassen. Und genau da setzte der 42-Jährige an. Es gehe beim Turmbau zu Babel nicht in erster Linie darum, den Himmel zu erobern, sondern vielmehr darum, zu zentralisieren, die Menschen „an einem Ort zusammenzubringen, zu vereinheitlichen“. Und weiter: „Sie wollten den Aufbruch ins Neue vermeiden und in der Gemütlichkeit verharren“. Das aber, so ist Gruzlak überzeugt, wollte Gott nicht. Er wollte und will die „Zerstreuung“ (gemäß Vers 8 der Lesung), er wollte und will, dass die Menschen „die Weite in Besitz nehmen“, dass sie „Offenheit für Fremdheitserfahrungen“ zeigen. Das gelte auch für den Glauben. „Indem wir uns öffnen für die Einflüsse um uns herum, verwässern wir nicht unseren Glauben, wir vertiefen ihn“, so der in Bonn geborene Theologe, der zuletzt sieben Jahre in Bad Godesberg wirkte. Dies galt schon für die Israeliten, an die die Geschichte vom Turmbau zu Babel zunächst gerichtet war. Aber auch wir sollten wissen, dass „offen zu sein für Fremdheitserfahrungen Offenheit für Gott“ bedeutet, so der Vater von vier Kindern, der erst seit September letzten Jahres seinem Wunsch entsprechend aus dem Westen Deutschlands ins südliche Oberland kam und auf Pfarrer Siegfried Kastner folgte.
Auch für das Pfingstereignis, wie es in der Apostelgeschichte geschildert wird, bot Gruzlak eine Neuinterpretation an. Es ist nicht so, dass an Pfingsten die Vielheit wieder zurückgenommen wird, weil eben die Sprachverwirrung aufgehoben wird. Diese werde vielmehr gesegnet, weil der Heilige Geist mit dem Pfingstereignis so wirkt, dass „ein jeder die Apostel nun in seiner eigenen Sprache hört“.  So werden die Menschen zu einer Einheit, „ohne dass sie ihr je Eigenes aufgeben mussten“.
Diese Überlegungen, so ist anzunehmen, zeigen auf, wie Pfarrer Gruzlak Ökumene und das Miteinander der Konfessionen versteht.
Noch bevor der Seelsorger zum Schluss seiner Predigt kam, würdigte er die ökumenische Weite und Gastfreundschaft der „Katholiken hier vor Ort“. So durften „Fremdlinge einer anderen Konfession“, wie er sich und seine evangelischen Mitchristen augenzwinkernd bezeichnete, schon zum dritten Mal in diesem Monat zu Gast in der katholischen Kirche sein. Zudem, so gab er schmunzelnd und die Gottesdienstbesucher zum Schmunzeln bringend wieder, gäbe es in der Sakristei der Kirche einen Schalter, der beschriftet ist mit „Evangelische Glocke“ (siehe Foto).
Schließlich rief er die zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher dazu auf, „Andere anders sein zu lassen“.  Das fände er einen „pfingstlichen Geist“, Andere anders sein zu lassen und sich daran auch noch zu erfreuen. So könne „versöhnte Verschiedenheit“, wie das Miteinander der Konfessionen vielfach als Wunschbild aufgezeigt wird, werden.
Den Gottesdienst, den Pfarrer Klaus Stegmaier, Leiter der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal und eben Pfarrer Jan Gruzlak, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Alttann und Altenheim- und Kurseelsorger von Bad Waldsee, und Diakon Franz Fluhr zelebrierten, wurde durch ein Schola mit Organistin Claudia Bentele , Nathalie Schele und Klaus Kloos musikalisch begleitet. Der Schola gelang es an diesem Pfingstmontagmorgen, die Heilig-Geist-Lieder nicht nur mehrstimmig, sondern auch sehr einfühlsam und geradezu berührend vorzutragen und so das pfingstliche Ereignis erfahrbar werden zu lassen.
Den Segen spendeten die beiden Pfarrer in ökumenischer Verbundenheit gemeinsam am Altar.
Die Predigt kann übrigens unter der Telefonnummer 07527 – 95 898 25 als Telefonpredigt, gesprochen von Jan Gruzlak, angehört werden.

Text und Fotos: Günter Brutscher 

„Schola zu Sankt Kathrein“ singt zur größeren Ehre Gottes und zur Freude der Kirchenbesucher

Molpertshaus (in Corona-Zeiten 2021) - Corona hat sich in vielfältiger Weise auch auf die Gottesdienste ausgewirkt. So gibt es seit mehr als einem Jahr Desinfektionsmittel anstelle des Weihwassers, eine strenge Begrenzung der Zahl der Gottesdienstbesucher, Maskenpflicht, Abstandsregeln, nur noch Handkommunion und manch anderes mehr. Für viele Gläubige ist das Gesangsverbot wohl mit die spürbarste Veränderung. Von einem Gottesdienst ohne Gesang ist es nicht mehr weit zu einer stillen Messe, die zwar hin und wieder wohltuend sein kann, wenn diese aber zur Normalität wird, wird die Hoffnung darauf, dass man wieder aus vollem Herzen und mit voller Stimme mitsingen kann, um so größer. Zum Glück haben sich in dieser Zeit in vielen Kirchengemeinden Gesangsgruppen gebildet, die, die Abstände strikt einhaltend, den Gottesdienst mit ihrem Gesang zur Ehre und zum Lobe Gottes und zur Freude der Gläubigen bereichern. So auch in Molpertshaus. Es waren wohl schon mehrere kleine Gesangsgruppen aktiv. Aktuell sind es die drei Frauen Christine Neyer, Daniela Neyer und Marianne Stotz, die als die „Schola zu St. Kathrein“ fast jeden Sonntag ihren gesanglichen Beitrag leisten, damit die Gottesdienste freudiger, froher, anrührender und ja, auch mitreißender werden. „Lobe den Herrn meine Seele“, so erklang es unter anderem am fünften Sonntag der Osterzeit bei der Wort-Gottes-Feier unter Leitung von Sieglinde Bareth.
Alle drei Sängerinnen, die oftmals auch mit Gitarrenbegleitung von Christine und Marianne den Gottesdienst bereichern, haben, wie es deutlich hörbar ist, Chorerfahrung, die sie auch schon in ihren Heimatgemeinden Mochenwangen, Reute und Dietmanns sammelten. Aktuell singt Daniela im Kirchenchor Bergatreute, wenn der Chor denn singen darf. Christine ist im SingmitChor und im OremusChor des Liederkranzes Molpertshaus dabei, im OremusChor singt auch Marianne. Nach Stimmlage würde die Besetzung zwei Mal Sopran (Daniela und Marianne) und einmal Alt (Christine) lauten, sodass sich die drei durchaus auch an dreistimmige Literatur wagen. Dabei ist Kirchenmusik in allen Variationen, vom klassischen Gotteslob-Lied über das so genannte neuere geistliche Liedgut bis hin zu lateinisch gesungenen Messen, ihre Leidenschaft. Die Lieder für die Gottesdienste suchen sie auf der Grundlage des vorgegebenen Liedplans aus und sprechen die Details dann mit den jeweiligen Leitern oder Leiterinnen der Gottesdienste ab. Christine Neyer ist die Leiterin des Trios, die, wenn sie nicht gerade Gitarre spielt, auch stets und zurückhaltend dirigiert. "Pfarrer Adolf Schuhmacher", so blickt sie auf die Entstehung der Schola zurück, "ist so etwas wie der Initiator der Gesangsgruppe". Er habe sie immer wieder mal angesprochen, wenn es darum ging, ein Lied für einen Gottesdienst oder bei einem Fest vorzutragen. Und so habe er sie auch ermutigt, im sonntäglichen Gottesdienst ihr Gesangstalent und Können einzubringen. Und so habe sie sich auf die Suche nach Mitsängerinnen gemacht. 
Wie sehr die musikalische Gestaltung der Gottesdienste erfreulicherweise dann auch nachklingt, hat der Schreiber dieser Zeilen etwa zwei Stunden nach der Wort-Gottes-Feier zwar nicht wörtlich „am eigenen Leib“, aber am eigenen Pfeifen und Summen der Melodie des „Lobe den Herrn, meine Seele….“ erfahren. So wirksam kann Gesang sein. Vergelt’s Gott der Schola zu St. Kathrein.
Übrigens: Der Name der Schola steht noch nicht fest. Der im Text genannte Name ist erst ein Vorschlag, der die Patronin der Molpertshauser Pfarrkirche, die heilige Katharina von Alexandrien aufgreifen will. Wenn der Name gefällt, lassen wir diesen: "Schola zu Sankt Kathrein".
Text und Foto: Günter Brutscher 

Maialtäre – ein ganz besonderer Kirchenschmuck

Die Kirchen sind, das kann wohl von fast allen bestätigt werden, die schönsten Orte in einer Gemeinde oder einer Stadt. Zudem sind diese meistens  Orte der Stille und der Besinnung. Neben den Ausstattungen in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen sind Kirchen dann auch noch, je nach Kirchenjahr, vielfältig gestaltet bzw. geschmückt. Im Advent, zu Beginn des Kirchenjahres, ist es der Adventskranz, dann wird an Weihnachten die Krippe aufgestellt und bleibt meistens bis Mariä Lichtmess, wie das Fest der „Darstellung des Herrn“ im Volksmund noch immer heißt. Die Christbäume werden in der Regel schon einige Wochen vorher wieder abgeschmückt. Schon bald danach wird auch im Kirchenschmuck deutlich, dass eine Zeit der Besinnung, eine Zeit des Fastens angebrochen ist. Der Blumenschmuck wird deutlich reduziert, bis an Gründonnerstag quasi jeglicher Schmuck verschwindet. Und wenige Tage danach erstrahlt das Gotteshaus nicht nur in der Osternacht, sondern auch am Ostersonntag und dann viele Wochen danach in hellem Osterkerzenglanz und mit prächtigen Blumengebinden. Zudem zeigt oftmals eine Figur des Auferstandenen, dass die Menschen das „Halleluja“ der Osterfreude bewegt. Im Mai richtet sich dann der Blick fast automatisch in Richtung des Marienaltars, der fast immer vornehmlich mit Hortensien geschmückt wird. Pfingsten wirkt sich, soweit der Schreiber dieser Zeilen sich erinnern kann, kaum auf eine besondere Gestaltung des Gotteshauses aus. An Fronleichnam wird mit den Blumenteppichen und den Stationsaltären der Kirchenschmuck in die Ortschaft und in die Fluren gebracht. Später dann sind es die Erntedankaltäre, die nicht nur sichtbar, sondern immer auch mit anderen Sinnen erfahrbar, das Lob und den Dank angesichts der guten Schöpfung und Freude über eine gute Ernte zum Ausdruck bringen.
Den Dank an diejenigen, die diesen Kirchenschmuck über das Jahr hinweg stets hegen und pflegen, darf an dieser Stelle gewiss einmal ein großes und herzliches „Vergelt’s Gott!“ zugerufen werden.
Wie bereits erwähnt, ist es der Blumenschmuck an den Marienaltären im Mai, der Jahr für Jahr mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen wird und auf die besondere Verehrung Mariens im Monat Mai verweist. In diesem Jahr sollen einmal die Maialtäre aller fünf Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal kurz im Bild vorgestellt werden. Wie man sieht, dominieren Hortensien in unterschiedlichen Farben und Arrangements den Blumenschmuck. In Molpertshaus und in Alttann wurde der Blumenschmuck zu Füßen der Marienfiguren aufgebaut, die das ganze Jahr über zu sehen sind. In Rötenbach, Wolfegg und Bergatreute wurden an den Marienaltären eigens Figuren der Mutter Gottes aufgestellt, die ansonsten nicht oder an einem anderen Platz in der Kirche zu sehen sind. Bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass die Marienfigur in Alttann und in Wolfegg (kleinere Figur in Silber) dem gleichen Typus zuzurechnen sind. Der Knabe Jesus und Maria sind dabei bekrönt, Maria steht auf der geradezu klassischen Mondsichel. Die Marienfigur in Bergatreute kann als Maria Immaculata (also Maria, unbefleckte Empfängnis) wie auch die Rötenbacher Madonna verstanden werden. Beide sind barfuß, zertreten die Schlange zu ihren Füßen und überwinden damit symbolisch dir Ur- oder Erbsünde.
Im Hintergrund der Bergatreuter Madonna sind übrigens vier der fünf Sterne zu sehen, die dem Johannes Nepomuk, der rechts über die Schulter Mariens blickt, zuzuordnen sind. Man kann bei genauem Betrachten die Buchstaben t – a – c – u erkennen. Es fehlt also nur das i, damit die Aussage „tacui – ich habe geschwiegen“ und damit das Beichtgeheimnis gewahrt, vollständig ist.
Dazu mehr bei den Heiligen des Monats Mai!
In der Seelsorgeeinheit gibt es im Monat Mai 2021 insgesamt mindestens vier Maiandachten, für die sich die Gläubigen allerdings anmelden müssen.
Die erste Maiandacht war schon am 2. Mai in Bergatreute. Die Kirche war nach Corona-Vorgaben fast ganz gefüllt. Pfarrer Klaus Stegmaier stellte ansprechende Bibeltexte und Meditationen vor. Im gemeinsamen Gebet und dem Hören der vorgetragenen Marienlieder wurde der Mutter Gottes gedacht und Gott gepriesen. Der „Bergatreuter Dreigesang“ mit Claudia Bentele und den Gebrüdern Manfred und Hans Hoh sorgte für die musikalische Gestaltung und vermittelte so ein Gefühl der Geborgenheit, das die Menschen, die die Maiandachten besuchen, so sehr schätzen. Den Abschluss der Maiandacht bildete die Aussetzung des Allerheiligsten und der sakramentale Segen.

Die weiteren Maiandachten in der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal im Jahr 2021 sind:
Sonntag, 16.05.2021, um 19.00 Uhr in Molpertshaus
Sonntag, 23.05.2021, um 19.00 Uhr in Wolfegg
Sonntag, 30.05.2021, um 19.00 Uhr in Rötenbach

In diesem Jahr erstmals dreidimensional – Osterkerzen in Molpertshaus

In 15 Jahren waren es 14 Osterkerzen, so Sonja Lerch, die auch heuer, erstmals gemeinsam mit ihrer Tochter Leonie, die Kerze für die Pfarrkirche Molpertshaus gestaltet hat. Im Jahr 2007 wurde sie  anlässlich der Erstkommunion der jetzigen Mitgestalterin und Tochter Leonie angefragt bzw. sogleich „beauftragt“. Der damalige Pfarrer Ludwig Beitel hatte fast schon beiläufig gefragt, wer von den "Kommunionmüttern" denn die Osterkerze 2007 gestalten würde. Die meisten der Begleiterinnen ihrer Kinder zur Erstkommunion zogen sich in diesem Moment diskret zurück. Es blieben sie und Andrea Haussmann, die die ehrenvolle Aufgabe übernahmen. Damals, so die 47-jährige ausgebildete Einzelhandeskauffrau, gab es noch ein sehr klassisches Motiv. Weiße Kerze, rote Wachsplatten, selbstverständlich wie immer das Alpha und Omega, ein Kreuz und die Jahreszahl 2007. Ja, genau, auch „Nägel“, die der eine oder andere Zelebrant auch schon mal eingefordert hat. In diesem Jahr wählten Mutter und Tochter Lerch für die Kerze neben dem obligatorischen Alpha und Omega und der Jahreszahl das Christusmonogramm Chi-Rho (leider stehen mir keine griechischen Buchstaben zur Verfügung), das meistens als P mit einem auf dem P liegenden X gedeutet wird. Tatsächlich soll das das X ein Chi und das P ein Rho sein, womit dann die Anfangsbuchstaben für das Wort Christus erkennbar sind. Die Ideen für die Gestaltung, so Sonja Lerch, sammle sie im Internet. „Das ist überhaupt die schwierigste und langwierigste Aufgabe“, so gesteht sie schmunzelnd ein. Wenn dann mal die Entscheidung gefallen ist, kann es, je nach Aufwand, mal schneller gehen und mal länger dauern, bis die Kerze fertig ist. In Nachmittagen gerechnet sind dies einer bis so vier oder fünf. Nach einem Zwischenjahr ohne Erstkommunionkind, also dem Jahr 2008, als Ute Schmid die Kerze gestaltete, weil sie eben in diesem Jahr eine der Kommunionmütter war, fiel die Aufgabe 2009 anlässlich der Erstkommunion von Sohn Lukas erneut ihr zu. Und als sie dann vom Kirchenpfleger Fritz Sproll gefragt wurde, ob sie die Gestaltung der Osterkerze nicht als alljährliche Aufgabe übernehmen wolle, sagte sie gerne zu. Es war wohl der Erstkommunionjahrgang 2010 bzw. die seinerzeitigen Kommunionmütter, die ihr sogar noch ein Honorar für die Gestaltung anboten, was sie, die die Wachsplatten selbst besorgt und als ihre Spende versteht und selbstverständlich ehrenamtlich die in jedem Jahr anders gestalteten Kerzen weit mehr als nur bastelt, dankend ablehnte. In den nächsten Jahren dominierten immer wieder auch großflächig aufgetragene Farben, zuweilen auch mit „Nachstreichen“, wie eine besondere Wachsplattentechnik genannt wird, veredelt. Neben Flüssigwachs, das mit Pinsel aufgetragen wird, verwendet sie auch Goldfäden, arbeitet ganz fein mit einem Skalpell, welches „vor und zurück schneidet“, wie sie eigens betont, und lackiert schließlich die Motive, um diese zum Glänzen zu bringen und ihnen mehr Stabilität zu verleihen. Erstmals in diesem Jahr ragen die fein gearbeiteten Blätter des Lebensbaums in die dritte Dimension. Dies, so Sonja Lerch, war die Idee ihrer mittlerweile 23-jährigen Tochter Leonie, von Beruf Maschinenbauingenieurin, die jetzt schon überlegt, welches Motiv vielleicht im nächsten Jahr gewählt werden könnte. Dann wird auch, so hoffen die Molpertshauser, wieder in der Pfarrkirche St. Katharina eine Erstkommunionfeier sein. In diesem Jahr sind es nur zwei Jungs, die zur Erstkommunion gehen und diese wird mit den zwei Jungs aus Alttann gemeinsam in der Pfarrkirche St. Nikolaus eben in Alttann gefeiert. Das Motto der Erstkommunion ist nämlich immer auch so etwas wie ein Impuls für die Kerzengestaltung. Ob dies nun „Jesus, der gute Hirte“ ist, dann eben die Kerze mit Lamm, oder ein Motto mit Wasser oder Sonne, mit Regenbogen oder mit Leben und dem Lebensbaum, immer wieder greift die Kerzenkünstlerin diese Ideen auf.   
Abschließend gesteht die aus Übendorf stammende Mutter dreier Kinder ein, dass ihr die Aufgabe „zu zweit nochmal deutlich mehr Spaß macht“ und noch viel mehr, wenn auch mal eine anerkennende Rückmeldung erfolgt. Also: Vergelt’s Gott, Sonja und Leonie, das habt ihr richtig gut gemacht!
Text und Fotos: Günter Brutscher

Ostern 2021 (Kopie 1)

"Ich wünsche Dir, dass jede Nacht Deines Lebens in die Morgenröte eines neuen Tages mündet.
Ich wünsche Dir die Wärme und Glut eines Osterfeuers in Deinem Herzen.
Ich wünsche Dir das strahlende Licht der Osterkerze.
Ich wünsche Dir jeden Tag ein Halleluja auf Deinen Lippen.
Ich wünsche Dir den Glanz der Osternachtlichter an trüben Tagen.
Ich wünsche Dir die erfrischende und belebende Kraft des Osterwassers.
Ich wünsche Dir die Fortsetzung der Emmausgeschichte für Dein Leben.
Ich wünsche Dir zu jeder Stunde die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen.
Möge die Freude jeden Schmerz vertreiben, das österliche Licht jede Nacht durchdringen und das österliche Mahl alle Einsamkeit überwinden."
Diese guten Wünsche hat Pfarrer Klaus Stegmaier in seiner Predigt am Ostersonntag allen Gläubigen der Seelsorgeeinheit, ob sie den Gottesdienst besuchen konnten oder nicht, zugesagt. Zuvor ging er auf die Besonderheit von Ostern ein. Es gelte, so in Anlehnung an einen Gruß, der ihm selbst zukam, mit "Osteraugen, die auf Jesus schauen" auf das Geheimnis der Auferstehung, trotz aller Widrigkeiten, zu blicken. Dann, so der Pfarrer der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, erschließe sich auch die Bedeutung einer Osterbeichte oder das Geheimnis der Osterkommunion, "bei der wir dem auferstandenen Heiland am innigsten begegnen". So könne sich auch das einstellen, was man als die "Osterfreude" bezeichnet, die aufscheint in der Erkenntnis, dass wir mit Jesu Auferstehung den Tod und letztlich das Leid der Welt überwunden haben. 
In allen Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheiten gab es mit dem befreienden österlichen Halleluja, mit dem Entzünden der in der Osternacht geweihten Osterkerzen, mit Weihrauch, dem "Osterbildle", das seit einigen Jahren in allen Kirchen der SE ausgeteilt wird, und festlichen Orgelklängen Hochämter am Ostersonntag. Zudem ließen kleinere Gesangsgruppen erahnen, wie es vielleicht schon im nächsten Jahr wieder klingt, wenn der Kirchenchor mit dem Halleluja von Händel die Osterfreude quasi in ungeahnte (auch musikalische) Höhen führt. 
Nachfolgend gibt es einige Fotos von einem Osterfenster in Alttann, Figuren des Auferstandenen oder der jährlich von Sonja Lerch aus Engetweiler für Molpertshaus liebevoll und künstlerisch gestalteten Osterkerze. 
Und vielleicht weiß Pfarrer Stegmaier mit der Predigt vom Ostermontag noch etwas mehr, um das Ostergeheimnis noch etwas besser zu verstehen.
Text: Günter Brutscher  Fotos: Klaus Stegmaier und Günter Brutscher

PREDIGT VON PFARRER KLAUS STEGMAIER AM OSTERSONNTAG
PREDIGT VON PFARRER KLAUS STEGMAIER AM OSTERMONTAG

Familienkreuzweg in Molpertshaus

Am Karfreitagmorgen bietet die Kirchengemeinde Molpertshaus schon traditionell eine Familienkreuzwegandacht entlang des Kreuzwegs zur Lourdeskapelle an. Auch in diesem Jahr waren mehr als 25 Kinder und Erwachsene mit auf dem Weg, unter ihnen auch die beiden Kommunionkinder des Jahres 2021, Robin und Louis. "Mit Jesus wollen wir gehen", so lautete das Lied, das immer wieder in verschiedenen Strophen mit coronabedingt großem Abstand angestimmt wurde und von Sarah Lander mit der Querflöte begleitet wurde. Sarahs Mutter, Anne Lander, übernahm die Aufgabe der Vorbeterin der Andacht, die ursprünglich von Peter Moosmann initiiert wurde. Von ihm stammt auch die Textzusammenstellung mit Impulsen und Aktionen an den 14 Stationen, die heuer allerdings nicht umgesetzt werden konnten, weil eben das Abstandsgebot dagegen stand. So wurde die Corona-Pandemie auch zum "Kreuz" für diejenigen, die den Kreuzweg mitgingen. Anne Lander hat in diesem Jahr an einigen Stationen zudem aus dem Gotteslob vorgebetet. An mehreren Stationen aktualisierte die Stellvertretende Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats das Gezeigte und stellte so Bezüge in unsere Zeit und in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen her. In Erinnerung an die Familiekreuzwegandacht wird bleiben, dass mehrfach Hähne mit ihrem Krähen deutlich machten, dass auch ein bedeutender Artgenosse zu Zeiten Jesu eine ebenso bedeutende Rolle im Heilsgeschehen spielte. Noch bevor der Hahn kräht, .... Sie wissen schon.
Gebetet wurde für Menschen in Not und Trauer, für die Verstorbenen, aber auch für diejenigen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, und für diejenigen, "die alle Kreuze dieser Welt abschaffen wollen". Zudem, so an der Station "Veronika reicht Jesus das Schweißtuch" wurde darauf verwiesen, dass es in unserer Zeit durchaus des Mutes bedarf, wenn es gilt, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen, wenn man sich zu Jesus bekennt, selbst wenn andere einen dafür auslachen oder wenn man mit einem Kind spielt, das von den anderen gemieden wird. So blieb der Kreuzweg nicht fern unserer Lebenswelt, sondern wurde konkret fassbar. Nehmen wir uns Jesus und die Frauen zum Vorbild, die an drei Stationen die Begegnung mit ihm suchten und so mutig zu ihrem Glauben standen. Seltsam eigentlich, dass Jesus auf seinem wohl schwersten Gang von seinen Aposteln im Stich gelassen wurde. Nur Johannes, sein Lieblingsjünger stand mit der Mutter Jesu und Maria von Magdala unter dem Kreuz. Ja, gut, Simon von Kyrene (oder Zyrene) half ihm das Kreuz zu tragen, weil er dazu gezwungen wurde (Mt 27,32). 
Text und Fotos: Günter Brutscher
 

Glockengeläut von Molpertshaus

Was es doch alles gibt. Bei einer Googleanfrage zum Stichwort "Kirchengemeinde Molpertshaus" kommt man auf einen Link zu youtube, wo dann das Glockengeläut von Molpertshaus, unterlegt mit einem Video, das Molpertshaus und das Glockengeläute selbst zeigt, abgespielt wird. Wer also mal wieder heimatliche Klänge hören möchte, etwa weil man gerade auf Reisen ist (in Corona-Zeiten eher selten) oder nicht mehr in Molpertshaus wohnt und gerne zurückdenkt, möge einfach auf nachfolgenden Link klicken. Dann sollte das Video abgespielt werden. Übrigens sind einige der Kommentare zum Video fast schon überschwänglich. Wir haben hier bei uns also offensichtlich durchaus wohlklingende Klänge des Geläuts aus dem Jahr 1951. Ach, und noch eins: Wer die Geschichte der Molpertshauser Glocken nachlesen möchte, findet diese im Molpertshauser Lindenblatt, Ausgabe 4, 2003. Auch hierzu gibt es einen Link.

TIPP: Klicken Sie den Link Glockengeläut der Molpertshauser.... an, klicken Sie dann auf den Reiter der Homepage (ganz oben!) und wählen Sie dann, die Glocken der Molpertshauser Pfarrkirche hörend, die Geschichte der Molpertshauser Kirchenglocken oder andere Inhalte der Homepage. 
GLOCKENGELÄUT DER MOLPERTSHAUSER PFARRKIRCHE ST. KATHARINA
GESCHICHTE DER MOLPERTSHAUSER KIRCHENGLOCKEN 

Bildstöcke, Wegkreuze und andere Kleindenkmale in unserer Region

Wer mit offenen Augen durch unsere Landschaft geht oder fährt, gerne auch mit einem E-Bike, stößt immer wieder auf Bildstöcke oder Wegkreuze, die zum Innehalten einladen. Es gibt in mehreren Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal aufmerksame Bürgerinnen und Bürger, die die Bildstöcke und Wegkreuze pflegen, mit Blumenschmuck versehen, aber auch fotografieren und archivieren, um sie denen, die vielleicht nicht so mobil sind, zu zeigen. 
Seit etwa zwei Jahren entsteht zudem eine Website mit dem Titel wegzeichen-oberschwaben.de, die immer wieder ergänzt wird, wenn der Schreiber dieser Zeilen auf seinen sommerlichen E-Bike-Touren oder selten auch mal in kälteren Jahreszeiten, Wegzeichen entdeckt. 
Auf der Website sind neben den "klassischen" Bildstöcken und Weg- und Flurkreuzen, aber auch Kreuzwege unserer Region und zum Beispiel auch die Gedenkmale an die Opfer der Kriege abgebildet. 
Text und Foto: Günter Brutscher

Mit einem Klick auf nachfolgenden Schriftzug öffnet sich die Website. WEGZEICHEN OBERSCHWABEN
 

Kinderkrippe als Krippenweg in Corona-Zeiten

Seit März 2020 war weltweit alles anders. Die Corona-Pandemie traf auch das kirchliche Leben. Gottesdienste wurden zunächst nur noch online gehalten, später dann mit großen Einschränkungen (Anmeldung, reduzierte Gottesdienstbesucherzahl, Mundschutz, kein Weihwasser, kein Friedensgruß per Handschlag usw.). Dies traf auch die in Molpertshaus traditionell so sehr geschätzte Krippenfeier an Heiligabend. Diese musste ausfallen. Als Alternative entwickelten einige Kirchengemeinderäte um Matthias und Monika Fink und Petra Gnannt einen Krippenweg in Molpertshaus. Ausgehend vom Bushäusle ging es den Kreuzweg entlang mit verschiedenen Stationen und Hinweisen zur Lourdeskapelle, wo Matthias Fink wieder die Fink'sche Familienkrippe aufgestellt hatte. Dann ging es zum Mösleweiher und über den Haidweg zurück zur Kirche, wo dann auch noch der Christbaum und die Krippe mit dem Jesuskind unter dem Kreuz zu sehen war. An mehreren Stellen gab es Impulse, ja sogar eine Station mit Schokokügelchen. Die Anwohner an des Hadnwegs hatten zudem ihre Gärten weihnachtlich geschmückt. Der Krippenweg war mehrere Tage lang zu besichtigen. An einigen Terminen gab es gar Führungen, die unter strengen Corona-Regeln angeboten wurden. So durfte etwa nur eine Familie zur gleichen Zeit in der Lourdeskapelle sein. Nachfolgend sind einige Eindrücke in einer Fotogalerie von diesem bemerkenswerten Krippenweg zu sehen.
Text und Fotos: Günter Brutscher