Pilgerfahrt der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal nach Klattau/Pilsen

35 Wallfahrer der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal starteten frühmorgens mit dem Reiseunternehmen Heine auf die Fahrt nach Klattau/Böhmen in die tschechische Republik. Aus dieser Stadt kam 1687 unser Gnadenbild der Mutter Gottes vom Blute nach Bergatreute. Diese marianische Verbindung wird immer wieder durch gegenseitige Teilnahme an den Wallfahrtsfesten vertieft. Die geistliche Leitung übernahmen Martin Heine und später Maria Pfeifer. Die Anfahrt führte über Neukirchen beim Heiligen Blut mit dem mächtigen, siebenstöckigen Turm der barocken Wallfahrtskirche „Mariä Geburt“, einer barocken Wallfahrtskirche mit dem einzigartigen Doppelaltar und dem Gnadenbild der böhmischen Madonna, die uns ein Führer erklärte. Eine Besonderheit ist eine zweite Kirche hinter dem Altarraum und der Klostergarten der Franziskaner.

Danach reisten wir in die Tschechische Republik nach Pilsen, wo wir ein schönes Hotel bezogen. Bei einem gemeinsamen Abendessen durfte auch ein Pils nicht fehlen – das gehört in der bekannten Brauereistadt einfach dazu.

Samstag, 13.07.2019

Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir in die 42 km entfernte Stadt Klattau/Böhmen mit 23.000 Einwohnern, wo wir herzlich empfangen wurden. Maria Pfeifer übergab dem Stadtpfarrer als Geschenk das Buch „Maria vom Blut“ von Alexander Hepp. Bei einer Stadtführung mit einem sehr gut deutsch sprechenden Stadtführer erfuhren wir alles Wissenswerte über die alte Stadt, die 1260 mit einem schachbrettartigen Grundriss und einem quadratischen Marktplatz gegründet und im 16. Jahrhundert durch ihren Hopfenanbau sehr reich wurde. Durch den Dreißigjährigen Krieg verlor man leider die gesamte Pracht. Ein interessantes Video klärte uns über die gesamte Geschichte der alten Stadt auf.
Nach 1685 gewann Klattau dank dem Wunderbild der blutenden Madonna ein Zeichen der Besonderheit und die Stadt wurde zum Wallfahrtsort, den tausende Pilger jährlich besuchen.
Heute ist Klattau durch eine Züchtung von Kleinblütennelken berühmt geworden.
Wahrzeichen der Stadt ist der schwarze Turm, der 81 Meter hoch ist und neben dem Rathaus steht, das 1923 im Neorenaissancestil umgebaut wurde.
Das daneben liegende Jesuitenkloster konnte wegen langandauernden Renovierungsarbeiten leider nicht besichtigt werden.
Das Wallfahrts-Fest ist in Klattau jedes Jahr mit dem Kirmes-Fest verbunden, das mit vielen kulinarischen Ständen und laufenden Auftritten von musikalischen Gruppen in historischen Gewändern auf dem Marktplatz stattfindet. Das war wirklich sehenswert.
Am Nachmittag fand der Wallfahrts-Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche Mariä Geburt mit anschließender Prozession um den Marktplatz statt. Die Predigt eines italienischen Priesters beim wunderschönen Gottesdienst wurde durch eine Übersetzerin ins Tschechische übersetzt. Wir verstanden natürlich beide Sprachen nicht, haben aber die Atmosphäre im Gottesdienst und die schöne Musik sehr genossen. Als Geschenk der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal wurde von Ehepaar Pfeifer eine prächtige Kerze mit den integrierten Madonnenbildern von Re/Italien, Klattau/Tschechien und Bergatreute übergeben. Bei der Prozession durften auch die Wallfahrer aus Bergatreute teilnehmen. Ehepaar Pfeiffer trug unser mitgebrachtes Bergatreuter Madonnenbild mit.
Anschließend gab es eine umfangreiche Verköstigung im Pfarrgarten, die auch mit Blasmusik untermalt wurde. Nach diesen eindrucksvollen Erlebnissen ging es dann wieder zurück in unser Pilsener Hotel.
Sonntag, 14.07.2019

Bei der Heimfahrt machten wir wieder in Deutschland Halt. In Frauenau im Bayrischen Wald besichtigten wir das Glasmuseum, das inmitten im gläsernen Skulpturenpark liegt. Später gab es ein gemeinsames gutes Mittagessen in Frauenau, bevor wir dann zur Heimreise starteten. Bei einer Pause stellten wir uns noch zu einem Gruppenfoto zusammen.

Es war eine besinnliche und beeindruckende Wallfahrt. Wir werden uns gerne daran erinnern.

Bericht: Wolfgang Reumont
Fotos: Wolfgang Reumont, Ewald Weishaupt

Fotos im Internet: www.diebildschirmzeitung.de/bergatreute