333 Jahre Wallfahrt zum Gnadenbild Maria vom Blut

Fest der Heimsuchung Marias am Dienstag 2. Juli 2019 um 9 Uhr mit Festprediger Dekan Peter Müller

Seit 1686 und somit in diesem Jahr in Zahlenrepdigit 333 begeht die Pfarrgemeinde Bergatreute die diesjährige Wallfahrt am Festtag der Heimsuchung Marias als besonderen Feiertag am kommenden Dienstag, dem 2. Juli 2019. Ehrengast an diesem Tag ist der Festprediger Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau.

Das in der Wallfahrtskirche verehrte Gnadenbild kam 1686 aus der böhmischen Stadt Klattau in den oberschwäbischen Ort und findet seither große Verehrung bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. Das Bild wurde im 15. Jahrhundert im oberitalienischen Re populär, als es durch einen Frevler geschändet und tags darauf etliche Male wundersames Blut geschwitzt hat. Gleiches Wunder hat sich an dem Abbild in der böhmischen Stadt 1685 wiederholt. Durch verwandtschaftliche Beziehung des Bergatreuter Pfarrers Mietinger nach Klattau gelangte schon ein Jahr später eine Bildkopie ins Schwäbische. Seither kommen viele Pilger, besonders am 2. Juli nach Bergatreute.

Den Charakter eines eigenen Feiertages erhielt das Fest schon im frühen 18. Jahrhundert: So sind in Bergatreute an diesem besonderen Tag, ähnlich wie am Blutfreitag in Weingarten, sämtliche öffentliche Einrichtungen und Geschäfte geschlossen. Die Häuser und Straßen werden besonders geschmückt und herausgeputzt, weil als besonderer Höhepunkt das im Hochaltar der Kirche verehrte Gnadenbild abgenommen und in einer Prozession durch den Ort und die Fluren getragen wird.

Um 9.00 Uhr beginnt das feierliche Hochamt in der Wallfahrtskirche Bergatreute. Der Kirchenchor Bergatreute wird unter der Leitung von Caroline Forderer die Missa Brevis von Joseph Haydn (Johannismesse) vortragen. Solistin Christine Geray wird das Panis angelicus von Cesar Franck zusammen mit Streichern und Orgel aufführen. Festprediger Dekan Peter Müller wird traditionell von der in der Basilika Weingarten bis 1761 gewesenen Schmuzer Kanzel predigen. Die Messe wird über Lautsprecher auch auf den Kirchvorplatz übertragen, wo ebenso Sitzgelegenheit geboten ist. Anschließend findet gegen 11.00 Uhr die feierliche Prozession statt, wo das Gnadenbild auf einer Sänfte mitgetragen wird. Am Stationsaltar beim Pfaffenberg ist eine kurze Anbetung, ehe die Prozession zur Kirche zurückkehrt. Nach dem feierlichen Te Deum findet im Anschluss im und um das Pfarrgemeindehaus Bergatreute ein Gemeindefest statt, bei dem sich die Pilger mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen stärken können.

Nachmittags wird ab 12.30 Uhr das Wallfahrtsmuseum im Chörle der Wallfahrtskirche geöffnet sein. Es ist wohl das kleinste Museum im Landkreis und birgt dennoch zahlreiche Kunstwerke, die an die reiche Vergangenheit und Blüte der Wallfahrt in Bergatreute erinnern.

Der Festtag endet um 17.25 Uhr in der Wallfahrtskirche mit dem gemeinsamen Rosenkranzgebet und anschließender feierlicher Vesper. Nach dem sakramentalen Schlusssegen wird das Salve Regina, der im Stundengebet der katholischen Kirche gesungene Gruß an Maria, den Feiertag in besonderer Weise beschließen.

 

Text: Alexander Hepp / Berg 26 / 88364 Wolfegg

Fotos: Franz-Anton Blank (Hochformat) / Siegfried Thoma (Querformat)