Aus geistgewirkter Bewegung wird schöpferische Begegnung – Ökumenischer Gottesdienst an Pfingstmontag in Bergatreute

Ökumenischer Gottesdienst an Pfingsten 2022

BERGATREUTE (6. Juni 2022) - Es ist schon gute Tradition, dass am Pfingstmontag ein ökumenischer Gottesdienst mit der evangelischen Kirchengemeinde Alttann und den katholischen Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal gefeiert wird. Heuer kamen aus allen Gemeinden Gläubige in der Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus in Bergatreute  zum Gebet und zum Gesang von vornehmlich Heilig-Geist-Liedern unter einfühlsamer und beeindruckender Orgelbegleitung zusammen. Pastoralreferentin Beatrix Zürn hielt die Predigt, den ersten Teil der Wort-Gottes-Feier übernahm Pfarrer Jan Gruzlak, der Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Alttann. In diesem Artikel wird mal ganz bewusst darauf verzichtet, den Namen der Ortschaft zu verwenden, wo die evangelische Kirche steht, weil dieser Name allzu oft nicht und eigentlich nie so richtig zutrifft…

Pfarrer Gruzlak ging in den einleitenden Worten auf seinen Eindruck bezüglich des Stands der Ökumene im Oberland ein. „Ich kann die Ökumene hier nur loben“, so Gruzlak. Schon in diesem Jahr, so führte er weiter aus, waren die evangelischen Christen zur Feier der Konfirmation, zu einer Taufe und einer Hochzeit in der Pfarrkirche St. Katharina Wolfegg zu Gast. Zudem wird die Ökumene beim Gottesdienst zum Weltgebetstag, eben am Pfingstmontag und vor allem auch bei den Schulgottesdiensten, die er mit Frau Zürn hält, gepflegt. Das der Einleitung anschließende Gebet, in dem er das Kommen des Heiligen Geistes anrief, untermalte Gruzlak mit immer höheren Klängen eines kleinen Xylophons. Und noch eines war, vermutlich vornehmlich für die Gläubigen aus den katholischen Kirchengemeinden, etwas ungewöhnlich. Pfarrer Gruzlak begann das Gebet mit dem Anruf: „Pulsierender Gott…“

Zentrales Element eines ökumenischen Gottesdienstes ist die Predigt, die in diesem Jahr Pastoralreferentin Beatrix Zürn hielt. Dabei ging sie vom Evangelium von der Begegnung Mariens mit Elisabeth aus. „Der Geist Gottes“, so Zürn, „bringt Maria in Bewegung“, wobei sie auf die durchaus anstrengende Reise von fünf Tagen verwies, die Maria unterwegs war, bis sie in jene „Stadt im Bergland von Judäa“ kam,  in der Elisabeth mit ihrem Mann Zacharias lebte.
Immer wieder verwies Pastoralreferentin Zürn auf die „schöpferische Geistkraft“, die nicht nur Maria in Bewegung brachte und viele Menschen in Bewegung bringt, die „spürbar wurde durch Bewegungen der Kinder im Mutterleib“, die dann auch Maria zu dem beeindruckenden „Magnificat“ anregte. So werde aus „geistgewirkter Bewegung geisterfüllte Begegnung“. Der Schöpfergeist Gottes, der am Anfang der Menschheit und des Lebens stehe, so Zürn, bewirke neues Leben, das von Mut, Zuversicht, Kreativität, aufrichtigem Miteinander und Hoffnung erfüllt sei. Spürbar, so Beatrix Zürn abschließend, sei diese Begeisterung auch in der Pfingstnovene gewesen, die Gläubige aus der Seelsorgeeinheit neun Tage vor dem Pfingstfest gebetet hätten. In diesen Begegnungen wurde der Glaube miteinander geteilt, wurden die Sorgen der Menschen vor Gott gebracht und die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung bestärkt.

Den abschließenden Segen erteilten die beiden Pfarrer Jan Gruzlak und Klaus Stegmaier, der Leiter der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, gemeinsam.
Wenn überhaupt, so konnte in diesem Gottesdienst eigentlich nur daran erkannt werden, wer das Kreuzzeichen beim Segen machte, wer der evangelischen oder der katholischen Christenheit angehört. Alle aber, so darf an dieser Stelle durchaus angemerkt werden, haben in diesem Gottesdienst mindestens einen kleinen „Geistimpuls“ mitgenommen.

Auf dem Kirchplatz wurde dann auch noch angeregt an der „TheamO“, der mobilen Theke am Ort der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, nicht nur über den Gottesdienst, die Predigt und das schöne Wetter diskutiert und geplaudert.